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Interview mit Dr. Oberbeckmann

 

"Da weitermachen, wo andere aufhören"

 

dies ist der Leitspruch des Zahnarztes Dr. Jürgen Oberbeckmann, der mit seinen Kollegen in der Zahnklinik am Elisabeth-Krankenhaus daran arbeitet, dass Patienten mit Zahnverlust durch Implantate wieder ein großes Stück Lebensqualität, Sicherheit und persönliche Ausstrahlung zurückbekommen.

 

Dr. Jürgen Oberbeckmann, der seit 1969 über Implantologie-Erfahrung verfügt, gibt Auskunft über fortschrittliche Behandlungsmethoden und deren Nutzen für den Patienten.

 

 

WAZ:

Welche Zukunftstrends sehen Sie in der Zahnmedizin?

 

Dr. Oberbeckmann:

Zahnimplantate mit Wiederaufbau von Kieferknochen, Zahnfleischbehandlungen und die Zahnästhetik sind dominierende Themen. Darüber hinaus verwenden wir sooft wie möglich schonende, minimalinvasive Behandlungsverfahren. Dazu gehören z. B. die Lasertechnologie oder mikrochirurgische Verfahren, die für den Patienten kaum oder wenig belastend sind.

 

 

WAZ:

Wie setzen Sie die zukunftsorientierte Zahnmedizin in Ihrer Zahnklinik um?

 

Dr. Oberbeckmann:

Wir sind ein Team von vier Zahnärzten, einem Mund-Chirurgen und einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Jeder ist spezialisiert auf bestimmte Behandlungen. Als spezielle Kompetenzbereiche unserer Zahnklinik sind zu nennen: Implantologie mit 3D-Implantatnavigation, Parodontologie, Knochen- und Gewebeaufbau sowie ästhetischer Zahnersatz. Last but not least verfügen wir über ein eigenes, großes zahntechnisches Labor, das für uns jegliche Art von Qualitäts-Zahnersatz fertigt.

 

WAZ:

Welche Möglichkeiten bietet die Implantologie Patienten mit Zahnverlust?

 

Dr. Oberbeckmann:

Implantate bieten vielfältige Lösungen ganz gleich, ob jemand nur einen einzigen, mehrere oder alle Zähne verloren hat. Verschiedene Implantatsysteme und Implantat-Varianten ermöglichen die optimale Wiederherstellung der natürlichen Gebissverhältnisse. In vielen Fällen ist Zahnersatz auf Implantaten die beste Lösung, um fehlende Zähne zu ersetzen. Altersbegrenzungen gibt es nahezu keine.

 

Das Implantat ist eine "künstliche" Zahnwurzel aus Titan. Es wird unter örtlicher Betäubung oder auf Wunsch in Vollnarkose in den Kieferknochen eingesetzt. Dort verwächst es mit dem Knochen. Während der Einheilphase trägt der Patient einen funktionellen provisorischen Zahnersatz. Einige Monate später wird der endgültige Zahnersatz fest mit dem Implantat verbunden. Dabei sind verschiedene Varianten möglich: Kronen, Brücken oder Prothesen. Totalprothesen auf Implantaten können sogar "gaumenfrei" gefertigt werden. Dank der Implantologie ist der oft ungeliebte herausnehmbare Zahnersatz in vielen Fällen vermeidbar. Unter bestimmten Voraussetzungen sind sogar Sofort-Implantate möglich. Dabei wird der endgültige Zahnersatz gleich eingegliedert. Das Tragen eines Provisoriums entfällt. Ob eine Sofort-Implantation medizinisch sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

 

WAZ:

Gibt es auch Grenzen bei der Implantologie?

 

Dr. Oberbeckmann:

Zahnimplantate benötigen gesundes Zahnfleisch und genügend stabilen Kieferknochen, um fest im Kiefer verwachsen zu können. Wenn Patienten mehrere oder gar alle Zähne verloren haben, bildet sich der Kieferknochen oft stark zurück. Aber auch bei fortgeschrittener Parodontitis, wenn also der gesamte Zahnhalteapparat stark entzündet ist, kommt es zum Abbau von Zahnfleischgewebe und Kieferknochen. Doch auch Patienten mit Knochenschwund brauchen auf Implantate nicht zu verzichten. Denn wir verfügen heute über Methoden, die es uns ermöglichen, Kieferknochen und Zahnfleischgewebe wieder aufzubauen.

 

WAZ:

Können Sie uns den Knochenaufbau etwas näher erklären?

 

Dr. Oberbeckmann:

Früher wurde für den Knochenaufbau eigenes Knochengewebe aus der Hüfte oder dem Kinnbereich entnommen. Heute setzen wir auf spezielles Knochenaufbaumaterial, das wir mikrochirurgisch in den noch vorhandenen Kieferknochen einsetzen. Dieses Material wurde zuvor mit Eigenblut und eigenen Knochenzellen angereichert. Die eigenen Knochenzellen fungieren dabei als Stamm- bzw. Starterzellen für den Wiederaufbau des eigenen Kieferknochens.

 

Durch dieses spezielle Verfahren ist es uns auch möglich, in kritischen Kiefergebieten Implantate einzusetzen, wo eine Implantation bis vor einigen Jahren noch undenkbar war. Nach dem Einsetzen des Knochenaufbaumaterials bedarf es einer Regenerationszeit von einigen Monaten. Dann ist der Kieferknochen wieder nachgewachsen, sodass wir implantieren können.

 

WAZ:

Wie sicher ist die Implantologie und welche Langzeitergebnisse liegen vor?

 

Dr. Oberbeckmann:

Eine bedeutende Innovation in der Implantologie ist die Computertomografie mit der 3D-Implantatnavigation, welche die Implantation noch präziser und sicherer macht. Dabei wird ein 3-dimensionales Abbild der Zahn- und Kieferverhältnisse erstellt, wodurch wir den optimalen Sitz des Implantats, Position, Winkel und Tiefe exakt bestimmen können.

 

Zusätzlich zur höheren Präzision, optimalen Sicherheit und zum geringeren Komplikationsrisiko kann die Implantation in kürzerer Zeit erfolgen. Bei guter Pflege und Mundhygiene können Zahnimplantate ein Leben lang halten. Wichtig ist die regelmäßige Nachsorge mit professioneller Mundhygiene.

 

WAZ:

Welche besonderen Vorteile bietet die Zahnklinik ihren Patienten?

 

Dr. Oberbeckmann:

Zum einen profitieren Patienten durch unser Spezialistenprinzip "alles aus einer Hand und alles unter einem Dach". Zum anderen können Implantationen und andere chirurgische Maßnahmen sowohl ambulant als auch mit einem kurzen Klinikaufenthalt in Vollnarkose durchgeführt werden.

 

In letzterem Fall ist die enge und bewährte Kooperation mit den medizinischen Fachkollegen des Elisabeth-Krankenhauses von Vorteil. Dadurch können wir auch bei sogenannten Risikopatienten, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, Zahnimplantate einsetzen.

 

WAZ:

Herr Dr. Oberbeckmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.