Dr. Oberbeckmann:
Wir sind ein Team von vier Zahnärzten, einem Mund-Chirurgen und einem Facharzt für Mund-,
Kiefer- und Gesichtschirurgie. Jeder ist spezialisiert auf bestimmte
Behandlungen. Als spezielle Kompetenzbereiche unserer Zahnklinik
sind zu nennen: Implantologie mit 3D-Implantatnavigation, Parodontologie,
Knochen- und Gewebeaufbau sowie ästhetischer Zahnersatz. Last
but not least verfügen wir über ein eigenes, großes zahntechnisches
Labor, das für uns jegliche Art von Qualitäts-Zahnersatz fertigt.
WAZ:
Welche Möglichkeiten bietet die Implantologie Patienten mit Zahnverlust?
Dr. Oberbeckmann:
Implantate bieten vielfältige Lösungen ganz gleich, ob jemand nur einen einzigen, mehrere
oder alle Zähne verloren hat. Verschiedene Implantatsysteme und
Implantat-Varianten ermöglichen die optimale Wiederherstellung
der natürlichen Gebissverhältnisse. In vielen Fällen ist Zahnersatz
auf Implantaten die beste Lösung, um fehlende Zähne zu ersetzen.
Altersbegrenzungen gibt es nahezu keine.
Das Implantat ist eine "künstliche" Zahnwurzel
aus Titan. Es wird unter örtlicher Betäubung oder auf Wunsch
in Vollnarkose in den Kieferknochen eingesetzt. Dort verwächst
es mit dem Knochen. Während der Einheilphase trägt der Patient
einen funktionellen provisorischen Zahnersatz. Einige Monate später
wird der endgültige Zahnersatz fest mit dem Implantat verbunden.
Dabei sind verschiedene Varianten möglich: Kronen, Brücken oder
Prothesen. Totalprothesen auf Implantaten können sogar "gaumenfrei"
gefertigt werden. Dank der Implantologie ist der oft ungeliebte
herausnehmbare Zahnersatz in vielen Fällen vermeidbar. Unter bestimmten
Voraussetzungen sind sogar Sofort-Implantate möglich. Dabei wird
der endgültige Zahnersatz gleich eingegliedert. Das Tragen eines
Provisoriums entfällt. Ob eine Sofort-Implantation medizinisch
sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden.
WAZ:
Gibt es auch Grenzen bei der Implantologie?
Dr. Oberbeckmann:
Zahnimplantate benötigen gesundes Zahnfleisch und genügend stabilen Kieferknochen, um fest
im Kiefer verwachsen zu können. Wenn Patienten mehrere oder gar
alle Zähne verloren haben, bildet sich der Kieferknochen oft stark
zurück. Aber auch bei fortgeschrittener Parodontitis, wenn also
der gesamte Zahnhalteapparat stark entzündet ist, kommt es zum
Abbau von Zahnfleischgewebe und Kieferknochen. Doch auch Patienten
mit Knochenschwund brauchen auf Implantate nicht zu verzichten.
Denn wir verfügen heute über Methoden, die es uns ermöglichen,
Kieferknochen und Zahnfleischgewebe wieder aufzubauen.
WAZ:
Können Sie uns den Knochenaufbau etwas näher erklären?
Dr. Oberbeckmann:
Früher wurde für den Knochenaufbau eigenes Knochengewebe aus der Hüfte oder dem Kinnbereich
entnommen. Heute setzen wir auf spezielles Knochenaufbaumaterial,
das wir mikrochirurgisch in den noch vorhandenen Kieferknochen
einsetzen. Dieses Material wurde zuvor mit Eigenblut und eigenen
Knochenzellen angereichert. Die eigenen Knochenzellen fungieren
dabei als Stamm- bzw. Starterzellen für den Wiederaufbau des eigenen
Kieferknochens.
Durch dieses spezielle Verfahren ist es uns auch
möglich, in kritischen Kiefergebieten Implantate einzusetzen,
wo eine Implantation bis vor einigen Jahren noch undenkbar war.
Nach dem Einsetzen des Knochenaufbaumaterials bedarf es einer
Regenerationszeit von einigen Monaten. Dann ist der Kieferknochen
wieder nachgewachsen, sodass wir implantieren können.
WAZ:
Wie sicher ist die Implantologie und welche Langzeitergebnisse liegen vor?
Dr. Oberbeckmann:
Eine bedeutende Innovation in der Implantologie ist die Computertomografie mit der 3D-Implantatnavigation,
welche die Implantation noch präziser und sicherer macht. Dabei
wird ein 3-dimensionales Abbild der Zahn- und Kieferverhältnisse
erstellt, wodurch wir den optimalen Sitz des Implantats, Position,
Winkel und Tiefe exakt bestimmen können.
Zusätzlich zur höheren Präzision, optimalen Sicherheit
und zum geringeren Komplikationsrisiko kann die Implantation in
kürzerer Zeit erfolgen. Bei guter Pflege und Mundhygiene können
Zahnimplantate ein Leben lang halten. Wichtig ist die regelmäßige
Nachsorge mit professioneller Mundhygiene.
WAZ:
Welche besonderen Vorteile bietet die Zahnklinik ihren Patienten?
Dr. Oberbeckmann:
Zum einen profitieren Patienten durch unser Spezialistenprinzip "alles aus einer Hand und alles
unter einem Dach". Zum anderen können Implantationen und andere
chirurgische Maßnahmen sowohl ambulant als auch mit einem kurzen
Klinikaufenthalt in Vollnarkose durchgeführt werden.
In letzterem Fall ist die enge und bewährte Kooperation
mit den medizinischen Fachkollegen des Elisabeth-Krankenhauses
von Vorteil. Dadurch können wir auch bei sogenannten Risikopatienten,
die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, Zahnimplantate einsetzen.
WAZ:
Herr Dr. Oberbeckmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.